Das Idstein JazzFestival bietet erstmals Musikschulen eine Plattform

Im Rahmen des 25. Idstein JazzFestivals, das an diesem Wochenende stattfindet, wird den Musikschulen des Idsteiner Landes die Möglichkeit zum Auftritt gegeben.

 

Am Samstag, dem 11. Juli 2009, werden auf der Bühne A – Rodergasse in der Zeit von 11.00 bis 13.00 Uhr drei Gruppen auftreten.

 

Dies sind:

 

11.00 Uhr        Rock-Hardrock-Coverband G.A.B, Musikschule Idstein

 

12.00 Uhr        Jazz-Combo der Pestalozzischule Idstein

 

12.45 Uhr        Trommelgruppe der Musikschule Idstein

 

Diese Auftritte sollen eine kleine Einstimmung auf das Festivalprogramm sein. Der Eintritt ist frei, da die Kassen erst zu einem späteren Zeitpunkt öffnen. Hierzu lädt der Verkehrsverein Idstein e.V. alle Interessierten sehr herzlich ein.

 

Weitere Informationen beim Verkehrsverein Idstein e.V., Tel.: 06126/78-614, e-Mail: jazzfestival@idstein.de. Das komplette Festivalprogramm finden Sie auch im Internet unter www.idstein-jazzfestival.de.

 

Unterstützt wird das Idstein JazzFestival von der Bitburger Braugruppe, der Nassauischen Sparkasse, der Süwag Energie AG und der Fraport AG.

Liebe Gäste des Idstein JazzFestivals, liebe Musikfreunde,

das Idstein JazzFestival findet in diesem Jahr bereits zum 25. Mal statt. Es gehört damit zu den etabliertesten Jazz-Events Deutschlands und hat sich längst zu einer unverwechselbaren „Marke“ entwickelt. In diesem Jahr präsentieren sich unter dem Motto „Nu Jazz trifft New Orleans“ vom 10. bis 12. Juli insgesamt 62 Bands auf 10 Bühnen.

 

Dabei wartet die ehemalige nassauische Residenz mit unzähligen Jazz-Highlights und Musik-Leckerbissen auf. Neben großen Namen wie Helen Schneider, Jiggs Whigham, Peter Petrel und Lars Reichow sind auch alte Idsteiner Bekannte wie Stormy Monday, Terminal A, die Big Band Idstein und die Jubiba Idstein mit von der Partie. Das aus allen Ecken Deutschlands und auch aus dem Ausland herbeiströmende Publikum erwartet ein hochkarätiges und vielfältiges Programm der Extraklasse. Die mittelalterliche Fachwerkkulisse der Idsteiner Altstadt bietet den perfekten Rahmen für die exklusive „Jubiläumsveranstaltung“.

 

Neben dem herausragenden Musikgenuss erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Informationsangeboten und Attraktionen für Kinder. Für das leibliche Wohlergehen wartet die Idsteiner Gastronomie mit Essen- und Getränkeständen auf. Die jährlich mehr als 20.000 Besucher sorgen dafür, dass auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt und das JazzFestival in der Hexenturmstadt erneut zu einem unvergesslichen Musikerlebnis werden wird.

 

Diese aufwendige Veranstaltung könnte ohne die Unterstützung zahlreicher Sponsoren, Helfer/-innen und der Idsteiner Gastronomie nicht stattfinden. Mein Dank gilt daher all denen, die Jahr für Jahr ein perfekt organisiertes Festival auf die Beine stellen. Das gilt nicht zuletzt auch für unseren künstlerischen Leiter Frank Reichert, der mit viel Kreativität und Engagement immer neue Musikerinnen und Musiker und ein immer wieder neu gestaltetes Programm zustande bringt.

 

Im Namen des Verkehrsvereins Idstein e.V. und der Stadt Idstein heiße ich Sie ganz herzlich zum 25. Idstein JazzFestival in unserer Stadt willkommen. Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern ein beschwingtes Festival-Wochenende mit gutem Wetter, gutem Essen, guter Laune und vor allem natürlich viel Spaß an der Musik.

 

 

 

 

Gerhard Krum

Vorsitzender des Verkehrsvereins Idstein e.V.

Mit Swing und Schmäh

Eine Big Band, und ein Kabarettist. Die junge Phoenix Foundation trifft auf den „Klaviator“ Lars Reichow. Ein Entertainment-Experiment, dessen Ausgang jetzt schon feststeht: Man lacht – und wippt begeistert mit. Die Kollaboration ist ein Höhepunkt des 25. Idstein JazzFestivals vom 10. bis 12. Juli 2009.

Die besten Ideen hat man manchmal in der Badehose. So widerfährt es dem Musiklehrer Frank Reichert, als er im Mainzer Schwimmbad einen ehemaligen Studienkollegen erblickt, der es inzwischen als Kabarettist zu einiger Berühmtheit gebracht hat: Lars Reichow. Unter der Dusche wird der Plan geboren, zusammen etwas auf die Beine zu stellen, etwas Neuartiges. Ein Entertainment-Programm mit populären Swingnummern und lockeren Sprüchen.

Reichert steuert die Musik bei: Er leitet das renommierte Jugendjazzorchester Rheinland-Pfalz, an die zwanzig junge, begeisterungsfähige Talente zwischen Abi und Musikstudium. Weil die Besetzung naturgemäß ständig wechselt, hat Bandleader Reichert den Namen „Phoenix Foundation“ für seine Schützlinge ersonnen, nach dem mythischen Vogel, der sich immer wieder aus sich selbst heraus erneuert.

Und Reichow? Liefert Humor, Rhythmusgefühl und Showqualitäten. Der Mainzer begleitete schon als Teenager den legendär-bösen Hans-Dieter Hüsch auf der Bühne, später hat er Musik studiert und schließlich die „hohe Lachbereitschaft“ des Publikums erkannt. Mit seinem ersten abendfüllenden Soloprogramm „Klaviator“ beginnt er eine Karriere als musikalischer Kabarettist. Nach und nach räumt Reichow die wichtigsten Preise ab, wie etwa das „Passauer Scharfrichterbeil“ und den Szene-Oscar, den „Deutschen Kleinkunstpreis“.

„Beim Kabarett gibt es viele Schubladen. Ich aber habe mir immer meine eigene Nische gesucht und selbst geschaffen,“ erzählt Reichow. Da bietet ihm die Zusammenarbeit mit der Phoenix Foundation ein neues, weites Betätigungsfeld. „Der Reichert und ich, wir wollten was Lässiges machen. Dieses Gemisch aus Stand-Up-Komik und Singen und Big Band-Sound, wie das die Amerikaner können, das haben wir bislang noch nicht in Deutschland.“

Live sieht das dann so aus: Die Phoenix-Jungs schmettern mit professioneller Verve Smash-Hits von James-Bond-Hymnen bis zum „Aktuellen Sportstudio“. Ab und an singt Reichow Jazz-Evergreens mit herzerfrischendem Karaoke-Charme – und brilliert dazwischen in scharfzüngigen Wortbeiträgen als groovender Moderator. Wie er die eigenen Mitmusiker souverän durch den Kakao zieht, das erinnert an die Coolness eines Harald Schmidt. Nur dass der nicht für Musikalität bekannt ist.

Meine Damen und Herren, freuen Sie sich auf Lars Reichow und die Phoenix Foundation: Das kann heiter werden.

Lars Reichow & Phoenix Foundation, Fr 10.7., 20.15 Uhr, Bühne L – Fraport-Bühne

Weitere Informationen beim Verkehrsverein Idstein e.V., Tel.: 06126/78-614, e-Mail: jazzfestival@idstein.de. Das komplette Festivalprogramm finden Sie auch im Internet unter www.idstein-jazzfestival.de.

Unterstützt wird das Idstein JazzFestival von der Bitburger Braugruppe, der Nassauischen Sparkasse, der Süwag Energie AG und der Fraport AG.

Von Hardbop bis HipHop

Das 25. Idstein JazzFestival präsentiert vom 10. bis 12. Juli 2009 außergewöhnliche Talente, die kreativ und locker mit unterschiedlichen musikalischen Genres und Traditionen umgehen – und damit auch ein junges Publikum begeistern.

 

Zwei Wunderknaben sind Trompeter Julian (21) und sein Bruder, Pianist Roman Wasserfuhr (24). Mit der Hommage an Westcoast-Legende Chet Baker „Remember Chet“ gelang den beiden Shootingstars aus dem Bergischen Land 2005 ein beeindruckendes Debüt. „Bakers Sound ist mein Ideal“, sagt Julian Wasserfuhr, der mit elf Jahren den Wettbewerb „Jugend jazzt“ gewann. „Und damit meine ich nicht nur den Klang seiner Trompete, sondern alles: die Art des Phrasierens, die Improvisationen und Interpretationen. Es ist nicht die Akrobatik, die einen Musiker ausmacht, sondern sein Herz.“ Mit ungekünstelter Sentimentalität und Kompositionen zwischen Modern Jazz und Hardbop begeisterte das Quartett der Brüder bereits das anspruchsvolle Auditorium der JazzBaltica und der Leverkusener Jazztage. Wüsste man nicht um ihre Jugend, gingen die Wasserfuhrs glatt als alte Meister durch.

 

Mit ihrem Projekt Jojo Effect ist Anne Schnell momentan die erfolgreichste Musikerin der Region Regensburg. Songs von Jojo Effect schmücken weltweit erfolgreiche Sampler-Reihen wie Café del Mar oder Brazilectro, und der WDR kürte den kürzlich erschienenen zweite Longplayer „Ordinary Madness“ zum „Album der Woche“. Das ehemalige Fotomodel singt darauf mit lasziver Lakonik vom Balanceakt einer Mutter zwischen Beruf und Familie oder von aufdringlichen Verehrern. Schnell schreibt die meisten Texte selbst. Die eigenständige Eklektik aus NuJazz, Latin oder Bossa Nova ist das Werk der Produzenten und Komponisten Kitty the Bill und Jürgen Kausemann. Auf der Bühne wird die schöne Sängerin von einer sechsköpfigen  Band begleitet.

 

„Ich bin bunt“, das sind Jan Rehorn (Gesang), Sebastian Menke (Gitarre), Christoph Breuer (Bass), Matthias Breuer (Schlagzeug) und Marius Brüggen (Percussion). Entsprechend vielfarbig ist das Programm der Band aus Mainz: Mit Leichtigkeit und Frische kombinieren die fünf jungen Talente Pop, Funk, Reggae oder HipHop mit deutschen Texten. 2008 siegten die Grenzgänger beim bedeutendsten Nachwuchswettbewerb in Rheinland-Pfalz, dem Rockbuster. Und auch Silbermond schätzen ihre energiegeladene Musik: Am 19. Mai präsentieren sich „Ich bin bunt“ als Warm-up für die Deutschrocker in der Mainzer Phönix-Halle. Spielfreude, treibende Grooves und rhythmische psychophysische Reaktionen – darauf kann sich auch das jugendliche Publikum in Idstein freuen.

 

 

Julian & Roman Wasserfuhr Quartet: So., 12.7., 15.00 Uhr; Bühne E

Jojo Effect: Sa., 11.7., 21.00 Uhr; Bühne A

Ich bin bunt: Sa., 11.7., 19.15 Uhr; Bühne J

 

Weitere Informationen beim Verkehrsverein Idstein e.V., Tel.: 06126/78-614, e-Mail: jazzfestival@idstein.de. Das komplette Festivalprogramm finden Sie auch im Internet unter www.idstein-jazzfestival.de.

 

Unterstützt wird das Idstein JazzFestival von der Bitburger Braugruppe, der Nassauischen Sparkasse, der Süwag Energie AG und der Fraport AG.

Treffen der Könner

Das 25. Idstein JazzFestival bietet vom 10. bis 12. Juli 2009 eine illustre Reihe hochkarätiger Musiker, die ihre Instrumente mit verblüffender Virtuosität meistern. Hier gibt es für Festivalbesucher eigenwillige bis exquisite Klangwelten zu entdecken.

 

Wenn Hermann Kock loslegt, staunt das Publikum und der Fachmann wundert sich. Mit seiner Solo-Performance sorgt der Ausnahme-Schlagzeuger schon rein optisch für Aufsehen: Ein derart kolossales Drumset mit einem geradezu verboten aussehendem Becken-Wald hat man noch nicht gesehen. Kock schuftet an diesem Riesenapparat wie ein Waldarbeiter, beeindruckt mit anspruchsvollen Ostinati und klackernden Kabinettstückchen. Aber auch mit feinfühlig-gedämpften Perkussions-Expeditionen, auf denen er in aller Ruhe seine Trommeln zum Sprechen bringt. Mehr als einmal meint man, zwei Leute auf einmal spielen zu hören.

 

Das Duo „24U“ ist auf einem ganz anderen Trip. Gitarrist Stefan Kowollig und Bassist Roland Ruck spielen sich frech und frei durch die Jazz- und Popgeschichte, arrangieren Standards,  Salonklassiker oder Beatles zu süffigen Grooves: der ideale Soundtrack zum Altstadt-Capuccino. Die Könnerschaft der beiden liegt in den ausgetüftelten Arrangements, die das Zusammenspiel von Bass und Gitarre voll und groß klingen lassen. Dabei schöpfen „24U“ aus dem Vollen, was ihre Spieltechniken angeht, wechseln spielerisch Lead- und Begleitstimmen.

 

Ein satter Klangkörper, erzeugt nur mit Gesang und Gitarre. Das ist die Domäne von „The Duo“, die sich schon lange einen Ruf als Virtuosen in Deutschland erarbeitet haben. Gitarrist Frank Haunschild wirkt als Jazz-Professor in Köln, schrieb Standardwerke zur Musiktheorie. Sänger Norbert Gottschalk spielte wie Haunschild schon mit vielen nationalen und internationalen Größen zusammen. „The Duo“ verwandeln bekannte Lieder aus Latin, Jazz und Pop mit vollendeter Spielkunst zu ihrem ganz eigenen Ding, sie swingen entspannt und leicht intellektuell.

 

Derselbe Haunschild greift auch beim Jiggs Whigham Trio, dem Gipfeltreffen dreier musikalischer Schwergewichte, in die Saiten. Jiggs Whigham ist ein Meister der Posaune, mit glänzenden Meriten: Whigham schulte seinen schmeichelnden Ton schon mit 17 Jahren beim Glen Miller- und später beim Kurt Edelhagen-Orchester, wurde erster Jazzprofessor Deutschlands und Leiter der RIAS-Big Band Berlin. Der dritte im Bunde ist Ack Van Rooyen, eine Legende am Flügelhorn. Die drei interpretieren Standards mit der ganzen Klasse von Altmeistern, die sich blind verstehen. Ihr dialogisches Zusammenspiel zeugt von allerhöchster Spielkultur, von gegenseitigem Respekt und vitaler Spielfreude, die sich unfehlbar auf ihr Publikum überträgt. 

 

Stephanie Wagner hat ihre Karriere noch vor sich, aber jetzt schon ist sie „die“ Querflötistin im deutschen Jazz. Wagner studierte in Mainz und am berühmten Berklee College in Boston. Ihr Quartett „Quinsch“ spielt leichtgängigen, dabei anspruchsvollen Modern Jazz, Stücke von Wagner selbst und etwas entlegenere Standards. Ein grooviger Latin-Swing verleiht dem Ganzen zusätzlich Farbe. Das Debüt von „Stephanie Wagners Quinsch“ ist erst vor einem halben Jahr erschienen.

Zum Schluss noch etwas Spezielles. „das blech“ ist ein sehr frisches Projekt: Sechs Blechbläser (Trompeten, Posaunen und Tuba) mit klassischem oder Jazz-Hintergrund treten gemeinsam mit dem Drummer von „Mardi Gras BB“ an, Klassiker wie Copelands „Fanfare for the Common Man“ oder Quatsch-Hymnen wie „La Cucaracca“ aufzublasen – bis Kunst daraus wird. Ein durchaus ernstgemeinter Spaß, mit viel Raum für mitreißende Improvisationen.

 

 

the duo: Sa., 11.7., 19.15 Uhr, Bühne K

das blech: Sa., 11.7., 21.45 Uhr, Bühne F

Stephanie Wagners Quinsch: So., 12.7., 12.15 Uhr, Bühne F

24U: So., 12.7., 12.15 Uhr, Bühne K

Hermann Kock Performance: So., 12.7., 15.45 Uhr, Bühne D

Jiggs Wigham Trio: So., 12.7., 15.45 Uhr, Bühne F

 

Weitere Informationen beim Verkehrsverein Idstein e.V., Tel.: 06126/78-614, e-Mail: jazzfestival@idstein.de. Das komplette Festivalprogramm finden Sie auch im Internet unter www.idstein-jazzfestival.de.

 

Mut zum Feingefühl

 

Virtuos und facettenreich amalgamiert das David Orlowsky Trio traditionellen Klezmer mit Jazz und Kammermusik.

 

Jeden Sommer hat Idstein noch weit mehr zu bieten als seine historischen Architekturschätze. Dann zieht das Idstein JazzFestival die Freunde der improvisierten Musik von weither in das Taunusstädtchen zu einer feinen Open-Air-Konzertreihe, die sich einen bemerkenswerten Rang im deutschen Festivalkalender erspielt hat. Und auch in diesem Jahr werden die Gastspiele vom 10. bis 12. Juli 2009 dem Anspruch des Festivalleiters Frank Reichert gerecht, „Musik, bei der der Funke überspringt“, zu präsentieren. Ein Höhepunkt ist den Jazz-Fans sicher: der Auftritt des David Orlowsky Trios.

 

Der Sound dieser drei Musiker, die scheinbar mühelos Klezmer, Jazz und Klassik fusionieren, gilt nicht nur bei Kritikern als innovativ – er fasziniert Musikfans in aller Welt. Dass die Formation um den Klarinettenvirtuosen David Orlowsky für ihr Debütalbum „Noema“ 2008 den „Echo“ in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“ gewann, spricht vor allem für ihre Lust am Experiment.

 

„Klezmer ist der Ursprung unserer Musik. Es kamen dann immer mehr Einflüsse aus Klassik und Jazz hinzu. Geblieben ist eine folkloristische Klarheit und eine einfache, melodiöse Struktur. Daraus entstand eine Kunstmusik mit einer klanglichen und rhythmischen Komplexität, die dennoch leicht verständlich ist. Aus unserer Sicht ist es ,Chamber World Music ‘“, sagt David Orlowsky.

 

Bereits als 16-Jähriger wurde er von Altmeister Giora Feidman entdeckt. Mittlerweile ist der Endzwanziger mehrfacher Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ und zählt zu den gefragten Klarinettisten seines Fachs. Zusammen mit Florian Dohrmann gründete er 1997 das Ensemble zunächst unter dem Namen David Orlowskys Klezmorim. Mit der Umbenennung in David Orlowsky Trio öffnete er sich stärker anderen musikalischen Traditionen. Die Neigung zum Klezmer blieb jedoch der rote Faden.

 

Klezmer, diese schwungvolle Musik voller Lebensfreude, spielen osteuropäische Juden traditionell zu Familienfesten und Hochzeiten. Ein Fest wird auch das Konzert des David Orlowsky Trios beim 25. Idstein JazzFestival sein. An Live-Erfahrung mangelt es David Orlowsky, Florian Dohrmann (Kontrabass) und Jens-Uwe Popp (Gitarre) nicht, ihre Konzerte gelten als Ereignisse. Selbst der Auftritt vor dem verwöhnten Publikum der New Yorker Carnegie Hall im Dezember 2008 endete mit Standing Ovations. Idstein kann sich auf einen magischen Abend freuen.

 

David Orlowsky Trio: Sa., 11.7.2009, 21.00 Uhr; Bühne C – Süwag Energie Bühne

 

Weitere Informationen beim Verkehrsverein Idstein e.V., Tel.: 06126/78-614, e-Mail: jazzfestival@idstein.de. Das komplette Festivalprogramm finden Sie auch im Internet unter www.idstein-jazzfestival.de.

 

Traumfrau erfindet sich neu

 

Vom Rock’n’Roll über Musicals zum Jazz: Helen Schneider spielt auf der Klaviatur der Emotionen und verleiht Evergreens von Cole Porter, Duke Ellington oder Ella Fitzgerald neue Intensität.

Mit Helen Schneider präsentiert das 25. Idstein JazzFestival vom 10. bis 12. Juli 2009 einen attraktiven Star, der sich im Verlauf einer langen, erfolgreichen Karriere immer wieder neu erfinden konnte. Viele kennen die gebürtige New Yorkerin noch als Rocksängerin in schwarzem Leder, als Frontfrau einer punkigen Begleitband namens „The Kick“. Mit dem lasziven Song „Rock’n’Roll Gypsy“ rauscht sie in den 80ern geradewegs in die Top 10, tourt zusammen mit Udo Lindenberg durch die Republik. 1982 wird sie von der deutschen Phono-Akademie als Sängerin des Jahres ausgezeichnet – ihr blendendes Aussehen hat ihr dabei bestimmt nicht geschadet. Sie ist dann auch die erste westliche Künstlerin, die im Ost-Berliner Palast der Republik auftreten darf.

Doch bald wird ihr der Rock’n’Roll-Zirkus zu langweilig. Helen Schneider will sich weiter entwickeln. Im Berliner Theater des Westens wird sie fündig und spielt ab 1987 die Rolle der Sally Bowles im Musical „Cabaret“, an der Seite von Hildegard Knef. Es folgen weitere hochkarätige Musical-Rollen wie „Sunset Boulevard“ oder „Evita“. Zwischendrin nimmt sie eine Platte mit Liedern des Brecht-Komponisten Kurt Weill auf: „Take a Walk On The Weill Side“. Anfang des neuen Jahrtausends entwickelt sie eine One-Women-Show mit Klavierbegleitung: „A Voice and A Piano“. Nebenbei veröffentlicht das Multitalent auch noch ein Kinderbuch. 

2008 überrascht Helen Schneider mit ihrem Album „Dream A Little Dream“, das von Startrompeter Till Brönner produziert wurde. Darauf widmet sich Helen Schneider amerikanischen Standards aus dem „Great American Songbook“, erweckt Evergreens wie „Sway“ oder „Love For Sale“ zu neuem Leben. Der Titelsong wurde bekannt durch die Flower-Power-Version von Cass Elliott, stammt aber aus den frühen 1930er-Jahren.

Für ihre treuen Fans sind das neue Klänge, für sie selbst ist es eher eine Rückkehr zu den Wurzeln: „Ich wurde als klassische Konzertpianistin ausgebildet“, verrät die 56-Jährige in einem Interview. „Als ich 15 oder 16 war, fing ich an, mit Blues herumzuprobieren. Und spielte neben meinen Etüden immer wieder Jazzstandards – um mich zu befreien, zu entspannen.“ Man hört das heute noch an der enormen Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit ihrer Interpretationen von Cole Porter, Duke Ellington oder Ella Fitzgerald.

Keine Frage: Helen Schneider liebt den Jazz. Doch als Sängerin legt sie auch großen Wert auf Texte, die Lieder ihres aktuellen Programms versteht sie als Monologe und Geschichten. Diese Frau hat was zu sagen.

Helen Schneider: Sa., 11.7., 22.00 Uhr; Bühne L – Fraport-Bühne

Weitere Informationen beim Verkehrsverein Idstein e.V., Tel.: 06126/78-614, e-Mail: jazzfestival@idstein.de. Das komplette Festivalprogramm finden Sie auch im Internet unter www.idstein-jazzfestival.de.

Kriminell gut

Die „Kölner Saxophon Mafia“ zählt seit Jahren zu Europas führenden Instrumentalensembles. Die humorigen Virtuosen sind eins der Highlights des 25. Idstein JazzFestivals vom 10. bis 12. Juli 2009.

Im November 1981 stürmen sechs Männer eine Nebenbühne der Musikhochschule in Köln, bewaffnet mit viel Mutwillen und Instrumenten, die ursprünglich aus der Militärmusik stammen – Saxophonen. Nichts weniger als die „saxuelle Befreiung“, so wird bald eine ihrer ersten Platten heißen, treibt die Jazz-Guerrilla an. Dabei geht es den Gründungsmitgliedern Wollie Kaiser und Joachim Ullrich nicht nur um die sexy Aura des Saxophons, sondern vor allem um die Befreiung vom Korsett einer Rhythmusgruppe, die im Jazz wie im Rock typischerweise für Swing und Groove sorgt. Und mehr: Jedes Instrument soll gleichberechtigt sein, Improvisationen und ausgeklügelte Arrangements sollen sich mischen. Brüche sind erwünscht, Humor sowieso.

Seither hat die „Kölner Saxophon Mafia“ eine beeindruckende Entwicklung hingelegt, zahlreiche renommierte Preise gewonnen und sich eine große stilistische Vielfalt erarbeitet. Neben der gesamten Sax-Familie, vom mächtigen Subkontrabass- bis zum ebenso winzigen wie anspruchsvoll zu spielenden Soprillosaxophon, nutzt das heutige Quartett auch Klangfarben von Klarinetten und Flöten. Vor allem aber haben die Musiker über viele Jahre hinweg ohne jede Berührungsangst  wilde Free-Jazz-Ausbrüche mit kammermusikalischer Raffinesse und Streifzügen durch die Welt- und Popmusik miteinander verbunden.

Auf der CD „Space Player“ etwa erschaffen die Blasvirtuosen einen vertrackten Sci-Fi-Sound, der an die berühmte Filmmusik zum „Planet der Affen“ denken lässt. Dafür gab’s den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik.“ In ihrem jüngsten Werk, „Nur nicht aus Liebe weinen“, verfremden Sie zusammen mit der Sängerin Élodie Brochier Operettenmelodien zu eingängigem, und dennoch widerhakigem Avantgardeswing. Was alle ihre musikalischen Expeditionen auszeichnet: der Wille Genregrenzen aufzubrechen, und ihre enorme Virtuosität, die sich freilich nie in den Vordergrund spielt.

Mit dem Auftritt der „Kölner Saxophon Mafia“ erlebt das 25. Idstein Jazz-Festival zum Schluss noch einmal einen Höhepunkt auf der Hauptbühne. Joachim Ullrich, inzwischen Jazzprofessor in Köln, und seine Mitstreiter Roger Hanschel, Wollie Kaiser und Steffen Schorn zählen dank ihrer brillanten Spielkultur zu den großen deutschen Kreativjazz-Formationen. Ein Abend mit ihnen besitzt hohen Unterhaltungswert sowohl für Kenner als auch für alle, die einfach nur neugierig auf unkonventionelle Töne sind.

 

Kölner Saxophon Mafia: So., 12.7., 17.30 Uhr; Bühne A

Mit Verve und neuem Schwung

Das Idstein JazzFestival feiert Jubiläum. Die 25. Ausgabe der Musikveranstaltung beschert dem Publikum hochkarätige Glanzlichter der deutschen Szene, aber auch regional erprobte Stimmungsmacher. Junge Hörer/innen können sich über spannende Künstler aus dem Bereich „Nu Jazz“ freuen.

 

Hexenturm, Unionskirche und Killingerhaus sind immer eine Reise wert. Vom 10. bis 12. Juli 2009 aber lohnt es sich, zur Reise nach Idstein noch zwei Übernachtungen zu buchen. Denn dann finden Musikfans ihr Blue-Note-Mekka in der mittelalterlichen Stadt im Taunus. Gleich zehn Bühnen verteilen sich auf die gepflasterten Plätze und Gassen der Fachwerk-Altstadt. Das 25. Idstein JazzFestival bietet ein Riesenprogramm, in dem sich von der Ein-Mann-Combo bis zur elefantösen Big Band die ganze Bandbreite des zeitgenössischen Jazz spiegelt. 

„Wir können dieses Jahr attraktive Highlights bieten“, schwärmt der künstlerische Leiter Frank Reichert. „Zum Beispiel einen international gefeierten Star wie Helen Schneider.“ Die bekannte Rockröhre überraschte vor kurzem mit einer flotten Jazzplatte, produziert vom Startrompeter Til Brönner. Ein weiterer Top-Act ist das „David Orlowsky Trio“, das mit seiner feinsinnigen „Welt-Kammermusik“ den Echo-Preis 2008 gewann. Die „Kölner Saxophon Mafia“ zählt schon seit Jahren zur europäischen Creme der Instrumentalszene. Dagegen debütierte das „Julian & Roman Wasserfuhr Quartet“ erst vergangenes Jahr mit einer vielbeachteten CD. Seitdem werden die blutjungen Brüder als Hoffnungsträger des deutschen Jazz gehandelt.

 Die stilistische Bandbreite der über fünfzig Festival-Kapellen ist enorm, sie reicht von Dixieland-Gassenhauern über glamourösen Swing, intellektuellen Jazz bis hin zu Latin, Soul und Chanson. Viel Zulauf dürfte hier der Schlagerstar Peter Petrel finden, der sich mit dem Gitarristen Lulo Reinhardt zusammen getan hat. Amüsant wird auch der Auftritt des erfolgreichen Kabarettisten Lars Reichow, der zusammen mit der „Phoenix Foundation“ auf den Spuren eines Frank Sinatra wandeln will. Diese und andere Projekte bestätigen einen aktuellen Trend: hin zum Entertainment für den Kopf – und die Füße. Mal nostalgisch, mal humoristisch, aber immer gekonnt. Bei den Fans des traditionsreichen Festivals wird das sicher gut ankommen.

 Daneben geht Programmmacher Reichert aber auch ungewohnte, neue Wege. „Wir möchten diesmal auch vermehrt junge Leute ansprechen, mit jungen Projekten aus der sogenannten Nu Jazz-Szene.“ Dazu zählen Formationen, die ohne Berührungsängste auch neue Einflüsse aus der elektronischen Musik, aus Latin, Lounge oder Folk mit dem Jazz-Idiom verschmelzen. Wie etwa die Freygish Brothers mit ihrer Klezmer-Fusion, das „Thomas Siffling Trio“ mit entspanntem easy-Jazz, oder „Jojo Effect“, die unter anderem auf den populären „Cafe del Mar“-CDs vertreten sind. Die Berliner „2 Fishes in the big big Sea“ vertreten die etwas experimentellere Fraktion, die auch den Labtop als Instrument einsetzt. Für die Kids wiederum, die einfach mal so richtig abrocken wollen, zelebrieren „Ich bin bunt“ aus Mainz eine wilde Mixtur aus Pop, Rap und Reggae.

 

Fazit: Das 25. Idstein JazzFestival lockt mit Qualität, echten Publikumsmagneten, und dem Reiz, immer wieder etwas Neues entdecken zu können. Das alles in einmaliger Altstadt-Atmosphäre.

 

Musikprogramm für das Idstein-JazzFestival 2009 steht!

Liebe Bewerber,
vielen Dank für Ihr Interesse, mit Ihrer Band am Idstein-JazzFestival
mitzuwirken. Wir möchten Ihnen ausdrücklich für Ihre
Kooperationsbereitschaft danken und bitte um Verständnis, dass wir uns
erst jetzt, einige Monate nach Eingang Ihrer Bewerbung melden.
Der Planungsprozess nimmt aufgrund der hohen Zahl an teilnehmenden Bands
diesen Zeitraum in Anspruch. Inzwischen ist die Programmkonzeption beendet und die teilnehmenden Bands sind engagiert.

Aufgrund der hohen Bewerberzahl konnte leider nicht jede Band
berücksichtigt werden. Nach Abschluss der Planungen ergibt sich für die Ensembles, die bisher keinen Vertrag erhalten haben leider keine Gelegenheit, in 2009 beim Festival mitzuwirken.
Wir hoffen dafür auf Ihr Verständnis.
Ab 01. September 2009 steht das Bewerbungsformular für das Festival 2010 bis zum 15.10. online. Sie können sich dort erneut eintragen. Eine Online-Bewerbung ist ausreichend.
>Frank Reichert, Idstein-JazzFestival