Jazz-Delikatessen
Herausragende Solisten wie der amerikanische Saxofonist Greg Abate machen das Idstein JazzFestival vom 11. bis 13. Juni 2010 zum Anziehungspunkt für Kenner. Aber auch deutsche Virtuosen wie Thomas Bachmann, Sebastian Laverny oder Heinz-Dieter Sauerborn beweisen mit ihren Projekten internationale Klasse. Ein Überblick.
Er ist ein Großer des zeitgenössischen Jazz. Hard-Bop-Spezialist Greg Abate hat sich seit seinen Tagen als Begleitmusiker von Ray Charles einen hervorragenden Ruf als Alt- und Tenorsaxofonist, wie auch als Querflötist erspielt. Auch mit 63 Jahren präsentiert sich der einstige Berkeley-Absolvent immer noch als „kompromissloses Musik-Kraftwerk“ in der Erbfolge eines Charlie Parker und John Coltrane, urteilen US-Kritiker.
Abate ist ein Globetrotter des Jazz, der regelmäßig bis zu 150 Konzerte im Jahr spielt. Unter Musikern schon fast legendär ist seine Angewohnheit, sich erst zehn Minuten vor einem Konzert vorzubereiten. „Ich spiele einfach, und was immer passiert, es ist frisch, innovativ, Jazz-im-Jetzt,“ erklärt der Spontan-Virtuose.
Risikobereitschaft und Kreativität können auch seine Mitspieler beweisen: Bisweilen verteilt der Meister seine Noten erst in dem Moment, wo es auf die Bühne geht. Eine inspirierende Herausforderung also für seine Begleitband um den Klavierspieler Jay Hatch, der sich mit erwachsenem Modern Jazz und ausgedehnten Improvisationen Respekt erworben hat. Für Laien ist es kaum vorstellbar, dass eine derart anspruchsvolle und komplizierte Musik quasi auf Zuruf entstehen kann. Das aber ist die Quelle für jene Intensität und spontane Leidenschaft, die großen Jazz auszeichnet.
Das Idstein JazzFestival hat daneben auch viele herausragende deutsche Künstler zu bieten, die alle Qualitätsjazz auf Spitzen-Niveau demonstrieren. Zum Beispiel das Trio Sauerborn (Saxofon), Höhn (Kontrabass) und Sperrfechter (Gitarre): Jeder der drei ist eine Koryphäe an seinem Instrument, zusammen zelebrieren sie eigenwillig interpretierte Standards und delikate Eigenkompositionen in wunderbar reduzierter Eleganz.
Oder der Dave-Liebman-Schüler Thomas Bachmann, ein hessischer Saxofonist, der seit Jahren instrumentale Akkuratesse zu Gehör bringt, ohne sich musikalische Scheuklappen anlegen zu lassen. Auf seiner neuesten CD verfremdet der Melodiker Beatles-Songs in neuer, ungewohnter Klang-Ästhetik.
Einen ganz anderen Weg schlägt das Sebastian Laverny Quartett ein: Es verbindet den Swing des Jazz mit der expressiven Dynamik klassischer Musik. Erst vor einem Jahr gegründet, machte das Quartett bereits mit technisch anspruchsvollen, aber durchaus gewitzt vorgetragenen Standards und Eigenkompositionen zwischen Bach und Oscar Peterson von sich reden. Initiator und Namensgeber des Projekts ist „Tastentier“ Laverny, Leiter des Staatstheater-Chors in Mainz, ein vielbeschäftigter Arrangeur und Komponist (schrieb u. a. Eine Krimi-Oper!).
Es gibt also einiges zu entdecken in Idstein – die ganze Lebendigkeit und künstlerische Vielfalt des aktuellen Jazz.
Greg Abate Quartett. Samstag, 12.06., 21.00 Uhr, Fraport-Bühne, Rodergasse
Sauerborn Höhn Sperrfechter. Sonntag, 13.06., 12.15 Uhr, Bühne Höerhof
Thomas Bachmann Group. Samstag, 12.06., 15.45 Uhr, Bühne Obergasse
Sebastian Laverny Quartett. Samstag, 12.06., 15.00 Uhr, Fraport-Bühne, Rodergasse
Weitere Informationen beim Verkehrsverein Idstein e.V., Tel.: 06126/78-614, E-mail: jazzfestival@idstein.de.
Das komplette Festivalprogramm finden Sie im Internet unter www.idstein-jazzfestival.de
Unterstützt wird das Idstein JazzFestival von der Naussauischen Sparkasse, der Süwag Energie AG und der Fraport AG.
