Stimm-Band

Das ist neu: Die A-Capella-Virtuosen „Bauchklang“ singen, zischen und spucken Grooves zwischen Trip-Hop, Pop und Drum & Bass – das muss man live gesehen haben, um es zu glauben. Die Österreicher sind eins der Highlights des Idstein Jazzfestivals vom 11. bis 13. Juni 2010.

Wenn Jazz heißt, etwas neues erfinden zu wollen, dann sind Bauchklang „Jazz 2.0“: nie gehörte Musik im Zeitalter des Internet. Hervorgebracht vom ältesten Instrument der Menschheit: der Stimme.

Die fünf Österreicher haben eine Hip-Hop-Technik weiterentwickelt, nämlich das „Beatboxing“. Bei dem fabrizierten Rapper Schlagzeug- und Perkussionsgeräusche ausschließlich mit dem Mund. Das Vokalensemble aus St. Pölten hat dieses Konzept erweitert und tritt als komplette Band in Erscheinung – mit Mund-Drums, Mund-Bass, Mund-DJ und Gesang. Ihr Repertoire umfasst eigene beatlastige Stücke, die sich nach angesagten Underground-Stilistiken wie Drum & Bass oder Trip-Hop anhören. Aber sie verfremden auch Popklassiker etwa von The Police und zeigen sie in einem ganz ungewohnten Kontext.

Bei einer gemeinsamen Aufführung des Musicals „Jesus Christ Superstar“ lernten sich die Stimm-Akrobaten kennen, das war anno 1996. Leadsänger Andreas Fraenzl stand auf Funk, andere Mitglieder der Gruppe hatten Punk-, Pop- oder sogar Metal-Background. Aus all diesen und noch mehr Einflüssen kristallisierte sich im Laufe der Jahre ein modernistischer Ensemble-Sound heraus, der weltweit als avantgardistische Tanzmusik bejubelt wird. Kritiker und Fans sind sich einig: Es ist einfach frappierend, dass Menschen so elektronisch klingen können.

Mit diesem innovativen Konzept und ihrer ansteckenden Performance gewann die fünfköpfige Truppe aus St. Pölten schon zweimal den Amadeus, den österreichischen Grammy. Sie räumten beim Jazzfestival in Montreal ab, und sie begeisterten ihre Zuhörer auch in Indien – wie auf ihrer jüngsten CD „Live in Mumbai“ zu hören.

Die Publikumsreaktionen sind übrigens fast immer die gleichen: Zuerst herrscht ungläubiges Staunen. Dann fangen die Füße an zu zucken. Und dann wird man einfach mitgerissen!

Bauchklang. Samstag, 12.06.2010, 21.00 Uhr, Naspa-Bühne, Löherplatz

Weitere Informationen beim Verkehrsverein Idstein e.V., Tel.: 06126/78-614, E-mail: jazzfestival@idstein.de.
Das komplette Festivalprogramm finden Sie im Internet unter www.idstein-jazzfestival.de

Unterstützt wird das Idstein JazzFestival von der Naussauischen Sparkasse, der Süwag Energie AG und der Fraport AG.


 
 
 

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